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Aus der Königswalder Chronik

Königswalde verleihen ausgeprägte Heckenstrukturen und eine große Anzahl gut erhaltener Fachwerkhäuser seinen besonderen Charakter. Die für das Waldhufendorf typische Lage der Bauernhöfe am Hang zeigt sich auf der Ostseite des Ortes.

 

Königswalde ist aus ehemals zwei Siedlungen entstanden. Der Pöhlbach war die Grenze zwischen dem östlichen und westlichen Ortsteil, die vermutlich auch getrennt besiedelt wurden.

 

  • Um 1200 erfolgte bereits die Gründung der östlich des Pöhlbachs gelegenen Seite durch die Waldenburger auf Wolkenstein und wurde Lichtenhain genannt.
  • 1291 wurde Lichtenhain erstmalig urkundlich erwähnt.
  • Um 1250 ist die Entstehung des westlichen Teils, der "Amtsseite" gewesen. Sie gehörte dem Böhmenkönig Wenzel, vermutlich als Zubehör zum Schloss Schlettau.
  • 1367 benennt eine kaiserliche Urkunde die Amtsseite "Kunigswald".
  • 1413 kam die westliche Seite zum Kloster Grünhain.
  • 2. H. 15. Jhd. Betrieb eines Kupferhammers.
  • 1512 erwarb Paul von Thumshirn die östliche Seite und verkaufte sie an den Rat der Stadt Annaberg, deshalb hieß dieser Teil "Ratsseite".
  • 1523 Kirchenbau auf der Ratsseite, zunächst Filialkirche der Mildenauer Pfarre.
  • 1536 kam die westliche Seite zum Amt Grünhain - "Amtsseite".
  • 1536 ließ der Annaberger Rat die Brettmühle errichten.
  • 1573 arbeiten in Königswalde 9 Mühlen. Königswalde umfasst ca. 700 Einwohner.
  • 1907 dienen ehemalige Mühlen kleineren Industriebetrieben. Viele Lohnarbeiter pendeln nach Annaberg, Buchholz, Bärenstein oder Jöhstadt zur Arbeit.
  • 1924 legt der Siedlungsverein Grundstein für die Siedlung.
  • 1945 erhalten 14 Bauern insgesamt 27 ha Bodenreformland.
  • 1945-1954 Einquartierungen von zuletzt bis zu 780 Kumpeln der SDAG Wismut.
  • 1949 3.299 Einwohner, davon 500 Einquartierungen.
  • 1958 Gründung der ersten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG), die später zu einer großen LPG fusionieren (heute Agrargenossenschaft e.G.).

 

Die Namensgebung "Königswalde" ist auf das 14. Jahrhundert zurückzuführen. Heinrich IV. hatte, den Sachsen zum Verdruss, die Markgrafschaft Meißen dem böhmischen König überlassen. Als nun fränkische Einwanderer in seinen Wald hinzukamen, rief man ihnen zu: "Der Wald ist nicht markgräflich, nicht meißnisch, er ist des "Königs Wald".

 

Die an den Hängen auf Königswalder Flur noch erkennbaren, mit Büschen bewachsenen Steinrücken deuten auf die Besitznahme des Bodens durch die eingewanderten Siedler hin. Diejenigen Männer, die sich damals um die Anlegung neuer Dörfer bemühten, nannte man Lacatoren. Es waren Unternehmer, die im Auftrage eines Landesherren oder eines Großgrundbesitzers aus westlichen Gebieten Auswanderlustige anwarben, die in der neuen Heimat gemeinsam den Wald rodeten. Jedem Siedler wurde ein Stück Land zugewiesen, das groß genug war, um sich und seine Familie zu versorgen. Dieses Stück Land nannte man eine "Hube" (von "heben" - urbar machen) oder Hufe. Der Familienname Hübner ist auf den Besitz solch einer "Hube" zurückzuführen.

 

Königswalde ist eines der markantesten Waldhufendörfer des Erzgebirges.

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