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Heimatausstellung

Im Sommer 1920 wurde in Bärenstein ein Krippenverein gegründet. Die erste Vereinsversammlung fand im November 1920 statt. Gründungsmitglieder waren u.a.:

Max Hunger, Max Reuter, Emil Grund, Otto Lißner, Alban Schmiedel, Friedrich Pfost, Otto Hunger, Fritz Reuter, Fritz Grund, Volkmar Göckeritz, Hans Göbel, Rudolf Päßler, Rudolf Schmiedel, Hugo Richter, Gustav Reppel, Gustav Göckeritz, Arno Schubert und Kurt Augustin

Zunächst fanden sich die Mitglieder zu Hutzenabenden und privaten Krippenbesichtigungen zusammen. Dabei reifte der Entschluss, mit dem gemeinsamen Krippenbau zu beginnen.

 

Am 24. März 1921 wurde in einem Raum des damaligen Kirchgemeindehauses, eine Hutzenstube für den Krippenverein eröffnet.

 

Aus dem Erlös von verschiedenen Veranstaltungen konnten die vorgesehenen Kosten von ca. 3000 Reichsmark für den Bau einer orientalischen Krippe aufgebracht werden.

 

In der Vorweihnachtszeit 1923 wurde die gemeinsam geschaffene Weihnachtskrippe erstmals im Konfirmandenzimmer des damaligen Kirchgemeindehauses ausgestellt. Es folgten jährliche Ausstellungen im Advent, oft in Gemeinschaft mit privaten Krippen und Schnitzereien. Dabei musste die Krippe jedes Jahr neu aufgebaut werden.

 

1931 wurde die orientalische Krippe mit beweglichen Figuren und Elementen versehen und erstmals im neu geweihten Kirchgemeindehaus, das bis 1930 die Kirchschule war, ausgestellt.

 

In den Folgejahren, nach 1931, entstand der Bärensteiner Heimatberg als mechanische erzgebirgische Krippe. Darin stellten die Krippenbauer teilweise offensichtlich ihre eigenen Häuser dar. Viele dieser Häuser, meist Fachwerkhäuser, finden wir im heutigen Ortsbild nicht wieder, da sie umgebaut und zum Teil abgerissen wurden.

 

In den Unterlagen des Bärensteiner Krippenvereins waren viele Namen als Miterbauer zu finden, die zumindest den Älteren von uns noch ein Begriff sind:

 

Eugen Oeser, Emil Göckeritz, Fritz Möckel, Albert Wendler, Max Hunger, Max Kreisel, Otto Wolf u.a.

Vorsitzender des Vereins war zu dieser Zeit der Lehrer Fritz Grund.

 

Bis vor dem 2. Weltkrieg fanden die Krippenausstellungen jährlich oder aller zwei Jahre im neuen Kirchgemeindehaus statt.

 

Der Aufbau der Krippen war immer eine gemeinsame, umfangreiche Arbeit der Mitglieder des Krippenvereins. Dieses Engagement wurde durch ein großes Interesse der Bärensteiner und zahlreichen Besuchern belohnt.

 

Während des Krieges und in den ersten Jahrzehnten danach waren keine Ausstellungen möglich. Umso mehr gebührt den Krippenbauern und Schnitzern Dank dafür, dass sie die Krippen, ihre Figuren und Elemente sicher verwahrten und schützten. Die Krippen waren auf dem Dachboden des Hauses von Herrn Otto Wolf gelagert. Sie wurden im Sommer 1966 von Mitgliedern des damaligen Schnitzzirkels, u. a. Fritz Richter, Gerhard Richter, Heinz Dick, Erwin Reuter, Werner Göbel, Günther Schreiter und Otto Weidner, in die Schnitzstube im Ullrich-Haus an der Grenzstraße (damals Straße der Freundschaft) gebracht.

 

Zuerst wurde aus Platzmangel nur die erzgebirgische Krippe aufgebaut und Weihnachten 1966 der Bevölkerung zugänglich gemacht. 1969 wurde den Schnitzern ein zusätzlicher Raum zur Verfügung gestellt. Dadurch konnte die orientalische Krippe in ihrer alten originalen Gestalt wieder aufgebaut werden. Auch sie konnte in der Weihnachtszeit und auf Wunsch besichtigt werden.

 

In den 80er Jahren kam es auf Initiative der Bärensteiner Schnitzer im Rahmen des Kulturbundes zum Neuaufbau der Krippen im Haus Annaberger Straße 2 (ehem. HO "Express"). Dort war die Möglichkeit einer ganzjährigen Besichtigung der Krippen gegeben.

 

Nach der Wende, 1989, musste aufgrund der Veränderung der  Eigentumsverhältnisse der Ausstellungsraum, Annaberger Straße 2, geräumt werden. Erneut sorgten die Schnitzer mit Unterstützung der Gemeinde für eine Einlagerung der Krippen, die gut verpackt in Kisten zehn Jahre auf dem Dachboden des Rathauses lagerten.

 

Leider ist es in diesen Jahren nie gelungen, für die beiden Krippen einen dauerhaften Platz zu finden. Auch sind bei unsachgemäßem Abbau durch Fremde originale Teile abhanden gekommen oder beschädigt worden.

 

Als im Frühjahr 2000 die ersten Kisten wieder geöffnet wurden, konnte man nicht daran glauben, dass aus den verschiedenen Einzelteilen wieder eine solche herrliche mechanische Krippe entstehen kann.

Man muss heute auch einschätzen, dass der Anfang nicht einfach war. Glücklicherweise fanden sich Heimatfreunde, die den Willen und das Können hatten, die Einzelstücke zum mechanischen Heimatberg zusammenzubauen. Stellvertretend für alle Beteiligten seien genannt: Manfred Beck, Wolfgang Lenk, Wolfgang Mann und Peter Schmiedel.

 

Dank auch an unsere Schnitzer, die ortsansässigen Firmen Ohly und Hille sowie die Heimatfreunde Walter Oettel und Peter Kautzschmann, die immer unterwegs waren, wenn es galt, notwendige Werkzeuge oder Materialien zu beschaffen. So wurde z.B. das Moos aus unserer Partnergemeinde Planegg von Herrn Erwin Holzapfel beschafft.

 

Die erzgebirgische Krippe dokumentiert ein Stück Bärensteiner Geschichte, denn die dargestellten Gebäude existieren oder existierten zumindest einmal in Wirklichkeit. Ob es die Kirche ist, das Haus vom Otto Wolf, das Sanderhaus oder das Haus im Sonntagsgarten, das es schon lange nicht mehr gibt. Es ist zu vermuten, dass einige Schnitzer von damals ihr eigenes Haus und vielleicht sogar sich selbst dargestellt haben.

 

Die orientalische Weihnachtkrippe, die am 1. Dezember 2001 in Betrieb genommen wurde, ist mit viel Geschick und Ideenreichtum von Herrn Wolfgang Mann umgebaut und unter Verwendung der historischen Figuren und Elemente neu gestaltet worden.

 

Gemeinsam mit Herrn Manfred Beck und Herrn Peter Schmiedel leisteten die drei Krippenfreunde eine Bastelei vom Feinsten. So wurde aus Gipsbinden, Styropor, Farbe und Sand (vom Binzer Strand) die Landschaft gezaubert. Allein für die Herstellung der Bäume benötigten die Heimatfreunde einen anderthalben Monat, wobei gut 2000 Palmenblätter entstanden. Für den Wasserkreislauf waren zwölf Meter Messingrohr notwendig. Der Steuermotor einer alten Waschmaschine kam zum Einbau, um einigen Figuren Leben einzuhauchen, und mit Flackerkerzen wirken die Lagerfeuer verblüffend echt. Nicht zu vergessen die zwölf Meter lange Fahrradkette, die für Bewegung einer ganzen Kamelkarawane und der drei Weisen aus dem Morgenland sorgen.

 

Die orientalische Krippe ist im "Haus der Begegnung" bei dem vor einem Jahr restaurierten Heimatberg in guter Gesellschaft, und beide Schmuckstücke haben dort nach Jahrzehnten einen würdigen, dauerhaften Platz gefunden, wo sie von vielen Menschen bestaunt werden können.

 

Beides, der Bärensteiner Heimatberg und die orientalische Weihnachtskrippe, haben einen unbezahlbaren kulturhistorischen Wert für unseren Ort.

 

Neben den beiden Krippen umfasst die Bärensteiner Volkskunstausstellung auch Exponate der Bärensteiner Schnitzer und Klöpplerinnen.

 

Die Ausstellung ist an den Adventswochenenden von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr sowie zu den allgemeinen Büchereiöffnungszeiten oder nach Terminabsprache zu besichtigen.

 

Gemeindebücherei Bärenstein im "Haus der Begegnung"

Sächsischer Platz 1, 09471 Bärenstein

Telefon: 037347 - 84226

 

Öffnungszeiten:

Montag 10.00 Uhr - 12.00 Uhr und 13.00 Uhr - 16.00 Uhr

Dienstag 10.00 Uhr - 12.00 Uhr und 13.00 Uhr - 18.00 Uhr

Donnerstag 10.00 Uhr - 12.00 Uhr und 13.00 Uhr - 16.00 Uhr

Freitag 09:30 Uhr - 11.30 Uhr

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